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Greyhill Incident im Test – das Grauen der 90er

Greyhill Incident steht stellvertretend für die Verschwörungstheorien der 90er, in denen die Diskussionen über Aliens und ihre unkontrollierten Aktivitäten allgegenwärtig waren. Es gab kaum einen Tag ohne Gerüchte über mutmaßliche Sichtungen, und das Fernsehen war übersät mit Science-Fiction-Dramen, die Hollywood als neuesten Trend inszenierte. Aber wie spricht dieses faszinierende, aber oft skurrile Thema die heutigen Spieler an?

Freundlicherweise wurde uns ein Xbox Series Key zum testen bereit gestellt, welcher aber keinen Einfluss auf unsere ehrliche Meinung hat.

Entwickelt von Aaron Roller und herausgegeben von Perpetual-Europe, präsentiert es sich als ein Sci-Fi-Abenteuer. Es bietet Stealth-Elemente, storybasierte Ziele und eine Fülle von Rätseln. Es strebt danach, eine beträchtliche Menge an Action in seine verhältnismäßig kurze Spielzeit zu integrieren. Darüber hinaus unterstreicht seine unheimliche Atmosphäre und gezielte Beleuchtung sein Horrorelement.

Verschwörungstheoretiker amüsieren mich stets. Sie sind fest davon überzeugt, dass ihre Forschung die einzig richtige ist und übersehen dabei oft das Offensichtliche. Glücklicherweise greift Greyhill Incident dieses Konzept in jedem Aspekt seines Gameplays auf, indem es klassische Alien-Klischees nutzt und versucht, Tiefe und Gefühl in eine sonst sterile und gradlinige Handlung zu bringen.

Unheimliche Begegnungen im kleinstädtischen Grauen

Du schlüpfst in die Rolle von Ryan Baker, einem ehemaligen Profi-Baseballspieler, der sich im namensgebenden Dorf Greyhill niedergelassen hat, um ein friedliches Leben mit seinem Sohn und Hund zu führen. Doch Greyhill ist alles andere als ein normaler Ort! Diese kleine, rückständige Gemeinschaft hat Angst vor der Regierung und der Polizei und ist überzeugt, dass Geheimnisse begraben liegen und niemand ihren Geschichten Glauben schenkt. Berichte von vermissten Tieren, seltsamen Lichtern und kleinen „Grauen Männern“ sind in diesem kleinen Dorf an der Tagesordnung. Daher ist es an der Zeit, für seine Überzeugungen einzustehen.

Die Handlung beginnt eher langsam, und Ryan muss sich erst einmal um die Probleme der Einheimischen kümmern, die von merkwürdigen Sichtungen berichten. Doch dieser gutgemeinte Versuch, zu helfen, stellt sich als Fehler heraus. Nachdem er einem örtlichen Außenseiter zur Hand gegangen ist, wird er auf dem Heimweg von einer atemberaubenden Filmszene überrascht. Diese brillante Szene setzt den Kurs für das weitere Spiel und zeigt das Potential, das Greyhill Incident innewohnt.

Sobald die Hauptaction startet, befindet man sich in einem gruseligen Katz-und-Maus-Spiel, in dem man das kleine, aber düstere Dorf erkunden und sich vor den „Grauen“ verstecken muss. Dank zahlreicher Versteckmöglichkeiten in Schränken, Autos und Betten, wirst du diese lästigen Aliens ordentlich überraschen. Solltest du jedoch zu nahe an deine außerirdischen Feinde geraten, stehen dir ein Baseballschläger oder ein Revolver zur Verfügung. Doch dazu später mehr.

Verzerrte Nachbarschaft: Fehlende Karte und Führung in der Alien-Welt

Abseits der lästigen Aliens wirst du Schwierigkeiten haben, dich im Dorf zurechtzufinden. Leider gibt es keine Karte und die Quests sind mehr als nur vage. Es fehlt ein Markierungssystem, und es ist schwierig, sich zurechtzufinden, besonders wenn man sich gleichzeitig vor seinen Alien-Feinden verstecken muss.

Es wäre eigentlich ideal, als ehemaliger Baseballspieler einen Baseballschläger zu schwingen, doch Ryan scheint seine Fitness vernachlässigt zu haben und besitzt die Ausdauer eines 90-jährigen, starken Rauchers. Dies ist besonders frustrierend, da sowohl das Kampf- als auch das Laufmechanik eng miteinander verbunden sind. Wenn man also nicht in der Lage ist, jeden Alien niederzuschlagen, wird man auch nicht die Ausdauer haben, sie abzuschütteln.

Glücklicherweise ist die Pistole etwas effizienter und hilfreicher, allerdings ist die Munition begrenzt, was ein Dilemma darstellt. Tötet man das Alien vor sich, oder rennt man um sein Leben? Darüber hinaus zieht jeder Schuss und das Aufblitzen deiner Kurbeltaschenlampe mehr „Graue“ an. Daher sollte man versuchen, so unauffällig wie möglich zu sein.

Die kurze Spielzeit wird durch einige aufregende Quests und erfreuliche Momente aufgelockert. Wenn Greyhill Incident etwas richtig macht, dann ist es die wirklich beängstigende Spielerfahrung. Doch der Mangel an Anleitung und einer Karte trüben das Gameplay durchweg. Zudem hätte die simple und repetitive Spielmechanik mehr Tiefe und Herausforderung bieten können.

Ich schätzte die rudimentären Rätsel, das merkwürdige Gefühl von Nachbarschaftsliebe und den Drang, jedes Haus zu erkunden, um Munition zu sammeln. Die Furcht, auf einen Alien zu treffen, war quälend und unbehaglich. Allerdings kann ich nicht über den Mangel an Fokus bei jeder storybasierten Mechanik hinwegsehen. Ein Abenteuerspiel benötigt eine treibende Kraft, die leider in Greyhill Incident fehlte. Daher war man oft frustriert und wünschte sich, dass jedes Segment enden würde.

Nervenaufreibende Erkundungen: Taschenlampen, Geräusche und das Unbekannte

Trotz meiner Beschwerden, fand ich die unheimliche Kulisse und die brillanten Schockmomente bewundernswert. Durch überwucherte Maisfelder zu streifen oder durch Häuser zu schleichen, ließ mein Herz höher schlagen. Zudem war das hautnahe Erlebnis der außerirdischen Kreaturen eine Gänsehaut erfahrung. Die Entscheidung für eine Ego-Perspektive war goldrichtig. Diese Ansicht verstärkt den gruseligen Charakter der Handlung und knüpft an seine Horror-Wurzeln an. Die Nutzung einer Kurbeltaschenlampe war ebenfalls genial.

Die geringe Beleuchtung, gepaart mit dem Flackern deiner Taschenlampe, machte die Erkundung jedes Ortes zu einem nervenaufreibenden Erlebnis. Die Tonspur schafft es ausgezeichnet, Angst und Spannung zu erzeugen. Am besten spielt man es mit Kopfhörern, um jedes kleine Detail wahrzunehmen, das der Entwickler in die Handlung eingebaut hat. Ob es nun das Geräusch des Windes war, das unheimliche Geräusch von jedem Alien oder das Knacken des Mais, es war phänomenal. Zudem schätzte ich die schauspielerische Leistung, auch wenn sie gelegentlich übertrieben war. Der over-the-top Charakter passte gut zur prätentiösen Handlung und dem exzellenten 90er-Jahre-Wahnsinn.

Die Benutzeroberfläche verabscheute ich! Zudem waren die „Kampf“-Szenen mit den Aliens alles andere als toll. Wenn man auf einen „Grauen“ stößt, muss man einfach nur die Stoßstangentaste hämmern und dann um sein Leben rennen. Das erschien mir zu simpel und hätte viel fortgeschrittener sein können, um die Handlung zu verbessern. Die Benutzeroberfläche jedoch ist unverzeihlich. Anstatt jedem Element eine einzigartige Eingabe zuzuweisen, wählte der Entwickler das Steuerkreuz zum Wechseln zwischen den Elementen. Das war erschreckend einfach und daher verständlicherweise enttäuschend.

Kurzlebiger Alien-Terror: Mangel an Langlebigkeit und Wiederspielwert

Leider ist Greyhill Incident sehr kurz. Selbst wenn man den Mangel an Anleitung und Handholding berücksichtigt, kann man es in wenigen Stunden durchspielen. Abgesehen von Perfektionisten gibt es wenig Anreiz zur Wiederholung. Sobald man den Hauptteil des Spiels durchgespielt hat, gibt es keine neuen Überraschungen mehr. Dies beeinträchtigt sowohl den Wiederspielwert als auch die Langlebigkeit des Spiels.

Ich schätzte die Reise in die Vergangenheit, da die absurde Geschichte und die verrückten Bewohner von Greyhill die Stimmung der 90er Jahre perfekt einfingen. Allerdings kann ich die schlechte Benutzeroberfläche, den unscheinbaren Kampf und den Mangel an Führung nicht ignorieren. Die Atmosphäre ist jedoch unglaublich und es gibt wirklich beängstigende Momente. Zudem genoss ich die schauspielerische Leistung, und die Soundkulisse ist brilliant, besonders wenn man Kopfhörer trägt. Daher empfehle ich trotz seiner Probleme, dass du es dir zulegst! Kannst du die Alien-Invasion überstehen? Schnapp dir deinen Schläger und einen Revolver und rette die Einwohner vor den „Grauen“.

BEwertung

Greyhill Incident im Test – das Grauen der 90er

Leider ist Greyhill Incident sehr kurz. Selbst wenn man den Mangel an Anleitung und Handholding berücksichtigt, kann man es in wenigen Stunden durchspielen.
6.8
Gut
Grafik
7
10
Sound
7
10
Gameplay
6
10
Atmosphäre
7
10
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Leidenschaftlicher Gamer von Indie Perlen & Simracer ... Es darf aber natürlich auch alles andere sein was man mit Tastatur, Maus oder Controller bekämpfen kann ;)