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On the Road im Test – Aufbau eines Imperiums mit Hindernissen

Mein letzter Ausflug in das Cockpit eines digitalen 18-Tonners ist nun schon eine geraume Zeit her. Damals spielte ich King of the Road, eine nicht ganz so ernste Simulation eines LKW-Fahrers. On the Road hingegen ist ein Spiel, welches einiges an Realismus vermitteln möchte. Ob dies gelungen ist oder nicht, erfahrt ihr in unserem Test.

Zum Testen wurde uns vom Entwickler ein Digitaler Key zur Verfügung gestellt.

Licht und Schatten

On the Road ist grafisch wahrlich kein hochauflösender Triple-A Titel, dies bemerkt man schon bei dem lieblosen Stadtdesign, der kargen Landschaft abseits der Autobahn oder den fehlenden Fußgängern. Im Gegensatz dazu stechen einem sofort die vielen gut ausgearbeiteten Details aus dem Cockpit des LKWs sofort ins Auge. Eine bessere Balance in Hinsicht auf die optische Ausarbeitung wäre hier wünschenswert gewesen. In Sachen Komplexität werden wir ebenfalls mit vielen kleinen Details belohnt: Unsere Routen können wir möglichst wirtschaftlich planen, denn wir können mehrere Aufträge annehmen um unseren Anhänger möglichst effektiv zu beladen. Jedoch kommt die Ladung nicht automatisch in unseren Laderaum. Wir müssen einen Auftraggeber anfahren, welchen wir uns zuvor aussuchen und uns dann im Büro anmelden. Dies geschieht dann zu Fuß. Uns ist die Möglichkeit gegeben unser Führerhaus zu verlassen, um uns ohne unseren LKW fortzubewegen. Diese Mechanik kommt ebenfalls beim Tanken zum Einsatz, denn wir müssen aussteigen um unseren Boliden mit dem begehrten Kraftstoff zu füllen.

Die Sache mit dem Realismus

On the Road versucht möglichst viel Realismus in den Logistik-Alltag zu bringen, aber dies gelingt leider nur bedingt. Steuerungstechnisch wird viel abverlangt, der Sitz lässt sich verstellen, es gibt verschiedene Fahrmodi, Blinkeranlage, Lichtschalter sowie eine Fahrerkarte. Das Herz eines Simulations-Fans dürfte hier definitiv höher schlagen, jedoch war es das auch schon mit den positiven Aspekten. Ob wir nun bei Rot über die Ampel fahren, zu schnell unterwegs sind oder andere Verkehrsteilnehmer abdrängen, nichts hiervon hat irgendwelche Konsequenzen. Hier wäre es interessant gewesen von der Polizei zur Rechenschaft gezogen zu werden oder wenigstens Strafen zahlen zu müssen, dies wurde jedoch gänzlich versäumt. Andere Verkehrsteilnehmer hingegen vermitteln teilweise wieder Realismus, sie blinken brav und versuchen Kollisionen zu vermeiden. Das war es dann aber auch schon, die KI der anderen Fahrzeuge wirkt im großen und ganzen sehr steif und roboterhaft. Nun kommt es aber noch dicker: Da eine Tour von Kassel nach Hannover schon gut 20 Minuten dauern kann, hätte ich gedacht hier kommt wieder mehr Realismus auf während der Tour. Fehlanzeige: Weder Staus, noch Baustellen und die Fahrstrecke bietet keinerlei markante Punkte, die man aus dem realen Leben kennt.

Auto oder LKW?

In Sachen Sounddesign gibt es leider auch eklatante Mängel. So klingt die Hupe unseres Boliden sehr hoch, fast wie bei einem Auto. Das Motorengeräusch ist sehr schwach, lediglich der Luftkompressor hört sich realitätsnah an, wenn er Luft ablässt. Im Allgemeinen wirkt alles sehr langweilig und fad durch die ruhige Geräuschkulisse. Im Zusammenspiel mit der nicht belebten Innenstadt bietet sich ein wahres Trauerspiel. Die Umsetzung der Steuerung hingegen verdient ein Lob, zumindest angesichts der vorherigen Negativ-Punkte. Wir haben eine 1080° Lenkung, welche Gamepad sowie Lenkrad-Support hat. Soweit wirkt die Steuerung sehr realistisch und responsiv, jedoch lässt sich der LKW ab circa 70 km/h schwer kontrollieren: Er neigt beim kleinsten Lenkmanöver zum Schlingern oder Ausbrechen. Im Allgemeinen fühlt sich die Fahrspur auf der Autobahn sehr klein an, was es mit dem eben genannten Effekten schwer macht vernünftig die Spur zu halten. Zu Gute halten muss man Toxtronyx, dass sie Lizenzen für einen MAN sowie Scania LKW haben, welcher modifiziert werden kann oder mit Paintjobs aus der Community geändert werden kann. Sollte nun auf kurze Sicht ein Mod-Support kommen, könnte sich die Community der Sache annehmen und das Spiel entsprechend ihren Vorstellungen anpassen. Ebenso wurden neue Städte hinzugefügt, damit ein knapp 1300 km langes Autobahnnetz im Spiel verfügbar ist.

On the Road ist ein Spiel, was wirklich nur Hardcore Fans von Simulationen zu empfehlen ist, im besten Fall mit einem eigenen Sim-Cockpit. Die vielen genannten Mängel zogen sich komplett durch bei meinem Test. Nach gut 10 Stunden beendete ich leicht genervt meine Schicht hinter dem Lenkrad. On the Road ist kein Totalausfall, jedoch wurde kein vernünftiges Balancing zwischen Simulation und Ästhetik gefunden. Sollte an den Kritikpunkten gearbeitet werden und sich die Community mit Mods einbringen können, so würde sich On the Road mit Sicherheit in einem ganz anderen Licht zeigen können.

Groß geworden mit dem Atari 2600. Ein absoluter Fan der Oculus Quest, sowie von Arcade Automaten. Wenn er nicht am zocken ist, schaut er gerne trashige Splatter Filme. Ein Spiel welches nie langweilig wird? DOOM!!!
Groß geworden mit dem Atari 2600. Ein absoluter Fan der Oculus Quest, sowie von Arcade Automaten. Wenn er nicht am zocken ist, schaut er gerne trashige Splatter Filme. Ein Spiel welches nie langweilig wird? DOOM!!!
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Georg
Georg
2 Jahre zuvor

Das Testergebnis stimmt voll und ganz.
Ich spiele das Spiel nun seit 4 Wochen auf der PS4. Mit dem Controller lässt sich der LKW nicht lenken. Habe mir extra ein Lenkrad gekauft. Keine 2 Std. ohne irgendwelche Aussetzer. Muss das Fahrzeug oft zurücksetzen. Dann steht es manchmal ganz woanders oder so komisch an einer Wand, dass man das Fahrzeug wieder zurücksetzen muss.
Das schlimmste Erlebnis: Auf der Autobahn ließ sich der LKW plötzlich nicht mehr lenken. Also Vollbremsung (unbeabsichtigt unter einer Brücke). Fahrzeug zurückgesetzt und wow, steht man auf der Brücke. Da man Autos vor ssich hat und auch welche von vorne kommen, erst einmal losgefahren. Nach ein paar hundert Metern ein Ort, wo die Gebäude und die Straße mit Grün bewachsen sind. Plötzlich kommt man sich vor dem Gleis 9 ¾ bei Harry Potter. Die vor einem fahrenden Fahrzeuge verschwinden wie von Geisterhand und von vorne kommen neue raus. Leider klappt das mit dem eigenen nicht. Auf der anderen Seite der Brücke genau dasselbe. Also wieder auf die Brücke. Fahrzeuge einige Male zurücksetzen, PS4 neu starten und trara… man ist wieder auf der Autobahn. Leider auf der verkehrten Seite, so dass 240 Km Umweg zu fahren sind.
Leider kann man auch während der Fahrt nicht in den rechten Außenspiegel schauen. Guckt man während der Fahrt in den linken Außenspiegel, eiert der Auflieger hinter einem her, als wenn er nur mit einem Tüdelband festgebunden ist.
Auf der Autobahn fahren 95% der LKW auf der linken Spur. Komischerweise nur in eigener Fahrtrichtung. Auf der anderen Seite fahren fast alle rechts.
Kurzum… wenn man richtig was aufbauen will, ist es mit den Bugs auch mit 10 € noch gut bezahlt.

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