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Dead Island 2 im Test – Klopperei ohne Grenzen

Es ist mittlerweile neun Jahre her, seit Dead Island 2 angekündigt wurde und danach schnell in Vergessenheit geriet. Es wurde sogar schon gemunkelt, dass es sich um Vaporware handelt und das Spiel bestimmt nie erscheinen wird. Hinter den Kulissen gab es viele Entwicklerwechsel, zuerst Yager Development in Berlin, dann das britische Studio von Sumo Digital. Erst 2019 übernahm Dambuster Studios (bekannt für Homefront: The Revolution) das Projekt und entschied, das Spiel komplett neu zu entwickeln. Nun, vier Jahre später, ist das Spiel fertig. Ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Zum Testen wurde uns der USK Key für die Playstation 5 kostenlos zur Verfügung gestellt.

Für jeden was dabei

Dead Island 2 spielt nicht auf einer Insel, denn dieses Mal nimmt die Zombie-Apokalypse ihren Lauf in Amerika, genauer gesagt Hell-A (Los Angeles), trotz des fehlenden tropischen Inselsettings fühlt sich Dead Island 2 jedoch wie ein echter Nachfolger an. Eine weitere wichtige Änderung ist der Wegfall der Open-World, Dead Island 2 ist deutlich dichter gestaltet, nicht in einem typischen Schlauchlevel, jedoch ist der Weg im Spiel schon ein wenig vorgegeben. Da aber auch einige Nebenquests im Spiel enthalten sind, gibt es immer wieder offenere Areale, die zum Entdecken einladen, meiner Meinung nach wirkt dieses Leveldesign Konzept erfrischend und stimmig. Besonders durch die geschlossenere World Struktur wirkt die Spielwelt dicht besiedelt und es gibt immer kleine „Geschichten“ abseits der Hauptstory zu entdecken.

Wer die Augen offen hält entdeckt viele kleine Details, welche die Umgebung lebendig machen. Was Dead Island 2 ebenso einiges an Dynamik verleiht, sind die sechs Spielfiguren, von welcher man eine zu Beginn auswählt. Die Charaktere können optisch nicht angepasst werden, sind aber dafür vollständig im englischenvertont und kommentieren das Geschehen regelmäßig, das sorgt für Atmosphäre. Außerdem unterscheiden sie sich auch in ihren Charakterwerten und Basiseigenschaften, was auch einiges an Abwechslung bringt. Eine Figur kann zum Beispiel besonders gut blocken, eine andere bewegt sich dafür schneller, hat mehr Ausdauer oder regeneriert sich flotter. Für jeden Spielstil ist quasi alles dabei, denn neben den Basiswerten lassen sich im Spielverlauf die Charakterer noch weiterhin über Fähigkeiten oder Vorteile anpassen, damit jeder seinen eigenen Spielfluss finden kann.

Kampfsystem auf hohem Niveau

Was Dead Island 2 neben den individuell anpassbaren Fähigkeiten noch mehr ausmacht, sind die Waffen. Hier gibt es eine Menge an verschiedenen Typen zu finden, diese unterscheiden sich auch von der Handhabung. Vom schweren Vorschlaghammer, über ein Bowie Knife bis hin zu einem Jagdgewehr ist alles dabei. Das sind aber nur die Grundwaffen, denn wie bereits im Vorgänger, haben die Waffen eine Haltbarkeit. Nach exzesiven Gebrauch kann es mal passieren, dass unser Messer eine Reparatur benötigt, was an Werkbänken geschieht, welche in der Spielwelt verteilt sind. Befindet man sich an einer solchen Werkbank, kann man die Waffen noch mit Modifikatoren aufrüsten, um sie ebenfalls den persönlichen Vorlieben anzupassen. Elektro Schaden? Feuer Schaden? Härtere Kritische Treffer? Ja, all das könnt ihr zum Beispiel auswählen. Wer jetzt denkt, all die Fähigkeiten und verschiedenen Waffen müssen das Kämpfen im Spiel kompliziert machen, hat weit gefehlt.

Das Kampfsystem ist super simpel, es gibt praktisch nur drei Tasten, die zum ausschalten der Zombies benötigt werden. Mit einer Taste schlägt man zu, bzw. schiesst seine Waffe. Hält man diese Taste länger gedrückt, kann man auch eine entsprechend stärkere Attacke ausführen. Mit einer anderen Taste kann man ausweichen/blocken, was bei richtigen Timing dazu führt, dass man den Zombie mit einem Finisher Move ausschalten kann. Abschließend kann man noch per anderen Tastendruck Zombies von sich wegtreten, was genutzt werden kann um die Gegner in Feuer zu treten zum Beispiel. Neben diesem Basis Kampfsystem gibt es in Dead Island 2 aber auch noch ein paar Finessen um den Untoten den Gar aus zu machen. Man kann mit seinen Waffen nach ihnen werfen, oder die Umgebung nutzen. Besonders das nutzen der Umgebung ist ungemein befriedigend, so kann man zum Beisplie mit einem Wasserkanister den Boden anfeuchten, in der Nähe eines Stromkabels. Jeglicher Zombie, der durch die Pfütze läuft, bekommt nun Stromschaden. Im Laufe des Spiels bekommt man auch Wurfutensilien, wie Molotovcocktails oder Haftbomben, die einem das schnetzeln durch Hell-A erleichtern.

Schlachteplatte to go

Die Kämpfe in Dead Island 2 sind auf brachialen, unkomplizierten Nahkampf zugeschnitten. Wie bereits erwähnt, hat man hier eine Vielzahl an Waffen zur Hand, Schusswaffen gibt es auch, jedoch macht der Nahkampf um einiges mehr Spass. Eine große Überraschung ist der Gewaltgrad in Dead Island 2, jeglicher Treffer mit der Waffe hat eine direkte Auswirkung auf die Gegner. Beine fliegen durch die Luft, Innereinen kommen zum Vorschein und die Zombies werden bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Das hier die USK keinen Riegel vorgeschoben hat, ist verwunderlich, denn lediglich einen Unterschied gibt es zur internationalen „ungeschnittenen“ Version. Getötete Gegner können am Boden nicht weiter verstümmelt werden, sie fungieren nur noch als Ragdoll ohne Trefferfeedback.

Wer jetzt denkt ich übertreibe in Sachen blutigkeit oder Gewaltgrad, wird es auf den Bildern definitv sehen, dass Dead Island 2 kein Spiel für zarte Gemüter ist. Es steht klar die Action im Vordergrund des Spiels, Rätsel existieren zwar auch, sind aber einfacher als das erste Level von Super Mario Bros. Neben der Action ist auch eine gewaltige Prise Humor mit an Bord, genau diese Mischung von brutaler Zombie Action und viel Humor hat mich besonders an den Film Zombieland erinnert.  Speziell der Fakt, dass man zum Ende der Story in einem Freizeitpark am Pier landet, hat Erinnerungen an Zombieland geweckt.

Abwechslung im Reich der Toten

Neben den ganzen verschiedenen Waffen und Fertigkeiten gibt es auch allerlei Variationen bei den Zombies. Allerhand verschiedene Gegnertypen können einen Begegnen, welche alle ihre eigenen Stärken, Schwächen und Angriffsmuster haben. Neben diesen Besonderheiten sind aber auch allerlei optische Variationen zu finden, welche immer zu der jeweiligen Umgebung passen. So sind am Strand viele Zombies in Badekleidung zu finden, wohingegen wir in Bel-Air auf Zombies mit Designerkleidung treffen.  Es gibt einiges zu sehen, denn sind auch genügend verschiedene Orte in Dead Island 2 bereisbar, welche man im Laufe der Story immer wieder per Schnellreise System besuchen kann, um Nebenquests zu erledigen oder einfach zum erkunden.

Das besondere Highlight in dieser Vielfalt sind die besonderen Zombies, denn immer mal wieder trifft man auf Untote, welche „Schlüsselfiguren“ sind. Diese können Schlüssel fallen lassen, um besondere Bereiche zu erreichen oder als Boss Gegner fungieren. Hier möchte ich jedoch nciht spoiler, es sei nur so viel gesagt, es gibt einige interessante Bosskämpfe.

Im Team macht die Apokalypse mehr Spaß

Dead Island 2 bietet auch einen Koop Modus, mit bis zu insgesamt drei Spielern in der gleichen Session. Hier kann man aber nur jeweils auf dem Spielstand eines SPielers zusammenspielen, welcher am wenigsten Fortschritt in der Hauptstory hat. Wir haben realtiv zu Beginn des Spiels auch ein wenig im Koop gespielt und was soll man sagen, mit anderen Mitpielern macht es noch mehr Spaß die Zombies durch die Gegend zu kloppen. Das Einladen und gemeinsam ins Spiel springen ist simpel gestaltet, was ein großes Plus ist.

BEwertung

Dead Island 2 im Test – Klopperei ohne Grenzen

Dead Island 2 macht vieles richtig und ist für mich aktuell ein absoluter must-play Titel für das Jahr 2023. Die Atmosphäre, gepaart mit der Komik und dem Splatter System sind ein absolutes Brett. Dank der Nebenquests lässt sich locker eine Spielzeit von 30 Stunden Plus erreichen, wo niemals Langeweile aufkommen sollte. Von mir eine klare Empfehlung für alle, die auf Splatter stehen und Non-Stop Action mögen.
9.3
Ausgezeichnet
Grafik
9
10
Sound
9
10
Gameplay
10
10
Atmosphäre
9
10
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Groß geworden mit dem Atari 2600. Ein absoluter Fan der Oculus Quest, sowie von Arcade Automaten. Wenn er nicht am zocken ist, schaut er gerne trashige Splatter Filme. Ein Spiel welches nie langweilig wird? DOOM!!!