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Kingpin Reloaded im Test – Eine holprige Neuauflage

Kingpin Reloaded markiert die Rückkehr eines der kontroversesten Spiele der späten 90er Jahre, Kingpin: Life of Crime. Ursprünglich im Jahr 1999 veröffentlicht, sorgte das Spiel damals für Aufsehen durch seine brutale Gewaltdarstellung und derbe Sprache. Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, versucht die überarbeitete Version, die klassische Gangster-Action in die moderne Gaming-Welt zu übertragen. Entwickelt von Slipgate Ironworks und veröffentlicht von 3D Realms und Interplay, zielt Kingpin Reloaded darauf ab, mit verbesserter Grafik, 4K-Auflösung und anderen modernen Anpassungen ein neues Publikum zu gewinnen, während es gleichzeitig Nostalgiker anspricht. Ob das Konzept aufgeht, erfahrt ihr in unserer Review.

Zum Testen wurde uns freundlicherweise ein Steam-Key zur Verfügung gestellt.

Subtile Verbesserungen

Die grafische Überarbeitung von Kingpin Reloaded ist ein zentrales Element der Neuauflage. Die Entwickler haben sich bemüht, das Spiel an moderne Standards anzupassen, indem sie Unterstützung für 4K-Auflösung und ultraweite Monitore integrierten. Spieler können nahtlos zwischen den „klassischen“ und „verbesserten“ Grafikmodi wechseln, was ein interessantes Feature für Fans des Originals darstellt. Allerdings sind die grafischen Verbesserungen oft subtil und für manche Spieler schwer wahrnehmbar. Textur- und Modellverbesserungen sind vorhanden, aber die Gesamtqualität der Grafik lässt zu wünschen übrig, insbesondere im Vergleich zu anderen Spielen. Leider sind durch die „Verbesserungen“ einige unschöne Nebeneffekte aufgetreten, das FOV der Waffe passt nicht, die Hälfte ist abgeschnitten, Lichteffekte haben einen dermaßen extremen Bloom-Effekt, dass sie blenden und die Gore-Effekte sehen im Vergleich zum Original mehr als bescheiden aus.

Veraltete Mechaniken und KI-Probleme

In Bezug auf das Gameplay zeigt Kingpin Reloaded ebenso deutliche Schwächen. Obwohl das Spiel einige interessante Mechaniken wie ein spezifisches Verletzungssystem und die Möglichkeit, mit NPCs zu interagieren, aus dem Original übernimmt, leidet das Gesamterlebnis unter veralteten und ungeschmeidigen Spielmechaniken. Insbesondere die Künstliche Intelligenz der Gegner und Begleiter lassen mehr als zu wünschen übrig. Feinde verhalten sich oft ziellos und unlogisch, was zu einem frustrierenden Spielerlebnis führen kann. Zudem wird das Waffenarsenal als eher uninspiriert und die Gunplay-Mechanik als eintönig beschrieben, was dem Spiel angesichts seiner Shooter-Ausrichtung nicht zugutekommt. Es wird sich zwar in der Auswahl der Waffen an das Original gehalten, jedoch sind keinerlei nennenswerte Verbesserungen spürbar.

Kingpin

Performance und Stabilität

Ein weiteres bedeutendes Problem von Kingpin Reloaded sind die technischen Unzulänglichkeiten. Trotz des Versprechens, auf fast jedem PC gut zu laufen, leidet das Spiel unter Performance-Problemen. Unerwartete Frameeinbrüchen und intensive Lags, insbesondere bei der Verwendung bestimmter Waffen wie der Schrotflinte. Diese technischen Schwierigkeiten beeinträchtigen die Spielflüssigkeit erheblich und mindern die Gesamtqualität des Spielerlebnisses. Auch die Ladezeiten werden als überdurchschnittlich lang beschrieben, was die Geduld der Spieler auf die Probe stellt. Die Ladezeiten erinnern an die guten alten Zeiten, als das Spiel noch von CD-Rom geladen wurde, obwohl es auf einer SSD schlummert.

Gemischte Reaktionen und Verbesserungspotenzial

Die Nutzerbewertungen zu Kingpin Reloaded auf Plattformen wie Steam zeigen ein gemischtes Bild. Während einige Spieler die Bemühungen um eine Neuauflage des Klassikers schätzen, überwiegen insgesamt die negativen Bewertungen. Kritikpunkte sind vor allem die technischen Probleme und das veraltete Gameplay. Aktuell bewerten nur etwa 35% der Nutzer das Spiel positiv. Die geleisteten Änderungen im Vergleich zum Original bleiben erheblich hinter den Erwartungen zurück. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass die Entwickler weiterhin an Verbesserungen arbeiten, was darauf hoffen lässt, dass Kingpin Reloaded in Zukunft ein besseres Spielerlebnis bieten könnte. Wenn auch das Spiel keine atemberaubende optische Verbesserung bietet, so hat es andere viel wichtigere Probleme, die vorher gelöst werden müssen. Verbuggte Quests, Clipping in Wänden oder eine schier nicht vorhandene Gegner KI. Lediglich der Soundtrack von Cypress Hill und die rotzige Slang Sprache vermögen das Spiel stellenweise zu retten.

Fazit

Kingpin Reloaded steht in einem schwierigen Spannungsfeld zwischen nostalgischer Hommage und modernem Remaster. Trotz der Bemühungen, das Spiel für heutige Standards zu aktualisieren, bleiben viele Elemente hinter den Erwartungen zurück. Die grafischen Verbesserungen sind subtil, das Gameplay wirkt veraltet, und technische Probleme beeinträchtigen die Spielerfahrung erheblich. Gleichzeitig bietet es jedoch für Fans des Originals und Liebhaber klassischer Shooter einen Einblick in eine vergangene Ära der Spieleentwicklung.

BEwertung

Kingpin Reloaded im Test – Eine holprige Neuauflage

Kingpin Reloaded hat zwar Potenzial, aber es ist noch erhebliche Arbeit benötigt, um ein wirklich überzeugendes Remaster zu sein. Es bleibt abzuwarten, ob zukünftige Updates das Spiel verbessern können und es so zu einem würdigen Erbe seines kontroversen Vorgängers machen.
4.8
Durchschnitt
Grafik
3
10
Sound
7
10
Spielspaß
3
10
Atmosphäre
6
10
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Groß geworden mit dem Atari 2600. Ein absoluter Fan der Oculus Quest, sowie von Arcade Automaten. Wenn er nicht am zocken ist, schaut er gerne trashige Splatter Filme. Ein Spiel welches nie langweilig wird? DOOM!!!